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Satellitentelefon auswählen, erwerben, mieten, betreiben
 
Bild 1: THURAYA SO-2510 in Laos 2008
Bild 2: Thuraya XT in Tamil Nadu/Indien 2009
Bild 3: das IRIDIUM Satellitennetz
Bild 4: INMARSAT IsatPhone Pro
Pressebilder: sind hier zu finden.

Neueste Satellitentelefone "Handys", Stand Juli 2010:
1) links: "IsatPhone Pro" des Netzbetreibers INMARSAT
2) mitte: "Iridium 9555" des Netzbetreibers IRIDIUM
3) rechts: "Thuraya XT" des Netzbetreibers THURAYA
Achtung: Alle unten genannten Preise sind Richtwerte zum Vergleich der verschiedenen Systeme. Die Preise können nach MwSt.-Satz, $-Kurs und Händlerkalkulation variieren.
Tagesaktuelle Angaben zum Verkauf und Vermietung von Satellitentelefonen und Geräten zur mobilen Datenübertragung per Satellit finden Sie unter diesem Link.
A) THURAYA: neues Satellitenkommunikationssystem
THURAYA ist ein Satellitenkommunikationssystem, das 140 Länder in Europa, Asien, Afrika und Australien abdeckt. Wer sich in diesem Abdeckungsbereich befindet kann mit einen THURAYA - Handy in beliebige Länder zu beliebigen Telefonen telefonieren und aus beliebigen Ländern aus dem Festnetz oder mit GSM - Handys erreicht werden. Mit dem ca. 130g leichten THURAYA - Handy kann man sowohl im GSM - Netz telefonieren und wenn das nicht vorhanden ist über Satellit. Das THURAYA SO 2510 (ohne GSM) kostet 600 €, die Verbindungsgebühr (Airtime) zwischen 0,50 € und 1 € pro Minute.
Vom Festnetz auf das THURAYA-Handy kostet die Minute bei Verwendung einer geeigneten Netzvorwahl ca. 0,70€/ min.
Die günstigsten Verbindungsgebühren mit ca. 0,50 €/ min kommen bei Sprach-Verbindung von THURAYA zu THURAYA Telefon bei Verwendung der Thuraya-ECO-SIM zur Abrechnung.
Ein THURAYA - Telefon ist für den ungeübten Betrachter kaum von einem etwas größeren, älteren GSM - Handy zu unterscheiden, fällt also auch in Ländern nicht auf, in welchen GSM inzwischen üblich, Satellitentelefon aber unbekannt ist. Es ist kleiner als IRIDIUM, INMARSAT oder Globalstar- Telefone.
Im GSM - Betrieb, also im Betrieb mit dem uns bekannten zellularen "Handy"-funktioniert das THURAYA SG 2520 - Handy auch im Auto und im Haus, wo eben das herkömmliche Handy auch funktioniert. Ist das GSM - Netz nicht vorhanden oder zu schwach, so kann man im Freien mit dem THURAYA - Handy über einen der zwei aktiven geostationären THURAYA - Satelliten telefonieren.
Es werden sowohl "PREPAID" als auch "POSTPAID" - Zahlungsmöglichkeiten angeboten.
Prepaid heißt SIM - Karte, die über einen Zahlencode mit Gebühreneinheiten vorgeladen wird und für die keine monatliche Grundgebühr fällig ist aber die Verbindungsgebühr höher ist.
Postpaid heißt SIM - Karte zur Bezahlung monatlich gegen Rechnungsstellung, mit monatlicher Grundgebühr, aber niedrigeren Verbindungsgebühren.
80% der THURAYA-Handys werden mit "Prepaid" SIM-Karten genutzt. Die Telefone können auch mit völlig verbrauchtem Gebührenvorrat über eine kostenlose Hotline mitten in der "Pampa" nachgeladen werden.
Gesprächskosten werden grundsätzlich durch den Anrufer bezahlt, nicht wie bei GSM innerhalb Deutschlands durch den Anrufer und die Auslandsgebühren durch den Benutzer des im Ausland angerufenen Handys.
Die aktuellen Daten finden Sie hier: www.teltarif.de/tarifrechner
Anmeldung, Grundgebühr, Verbindungsgebühren:
Tagesaktuelle Angaben unter www.expeditionstechnik.de
- Eingehende Verbindungen bei eingelegter Thuraya-SIM immer kostenlos.
- Anmeldegebühr: Vertrags-SIM: 35 €,
- Anmeldegebühr: Prepaid-SIM, keine, selbst anmelden möglich
- Länderliste der 83 Länder aus welchen heraus mit der günstigen ECO-SIM in fast alle Länder der Erde telefoniert werden kann. Ausgenommen sind einige sehr selten gewählten Inseln insbesondere in der Karibik.
- Grundgebühr bei Vertrags-SIM: 18€/ Monat = 216 €/ Jahr
- Grundgebühr bei ECO-Prepaid-SIM: 15 €/Jahr.
- "mobil zu fest" am Beispiel Tunesien nach Deutschland, ECO-Tarif: 0,70 €/ min.
- "mobil zu fest" am Beispiel Algerien (Super-SIM-Tarif) nach Deutschland: 1,00 €/min.
- "fest zu mobil" ohne Netzvorwahl, also über Dt. Telekom 4,65 €/min. Taktung: 0,8/0,8 sec.
- "fest zu mobil" mit Netzvorwahl 01059... , 0,69 €/min, Taktung: 60/60 Sek.
- "mobil zu mobil" also THURAYA zu THURAYA mit ECO-Tarif: 0,50 €/ min
- "mobil zu mobil" also THURAYA zu THURAYA "Super-SIM-Tarif": ca 0,80 €/ min
- Datenverbindung (Fax,Bild,Graphik,Internet) bei 9,2 kbps (ohne GmPRS): ab 0,70 €/Minute.
- Datenverbindung (Fax,Bild,Graphik,Internet) bei 15up/60down kbps (mit GmPRS): ab 3,40 € / MB.
- THURAYA zu anderen Satellitentelefonsystemen: ca. 6 €/ min
- gute Übersicht über Kosten und Liste der 80 Länder aus welchen man abgehend zum günstigen THURAYA ECO-Tarif in den Rest der Welt telefonieren kann.
Vorteile von THURAYA: sehr klein (0,123 cdm), leicht (130g), günstige Verbindungsgebühren, hohe Datenrate, erträgliche Anschaffungskosten, viele nützliche Zusatzfunktionen inkl. SMS, GPS
Nachteile von THURAYA: keine Weltweite Netzabdeckung, aber doch erfreuliche 140 Länder in welchen 2/3 der Weltbevölkerung leben.
Die Antenne des Satellitentelefons muss während des Betriebs einigermaßen auf den Satelliten ausgerichtet bleiben.
Vermietung: www.SATFON.de
B) INMARSAT
B.1) Ende Juli 2010 ist von INMARSAT ein Satelliten-Handy, das "IsatPhone Pro", auf den Markt gekommen. Wegen seiner "Weltweiten" Netzabdeckung wird das spannend. Das Gerät wird vermutlich besonders für solche Nutzer intressant werden, die sich außerhalb der Thuraya-Netzabdeckung bewegen, denen aber IRIDIUM mit seiner wirklich weltweiten Netzabdeckung zu teuer ist. Das heißt z.B. Reisende im südlichen Afrika, in N-, Mittel- & S-Amerika sowie weiten Meeresgebieten. Das Gerät ist doppelt so schwer und drei mal so groß ist wie das Thuraya SO-2510. Interessant sind die geringen jährlichen Fixkosten und erträglichen Verbindungsgebühren. Das Satelliten-Handy kann im "Land of the free" (USA) nur mit angemeldeter Vertrags-SIM betrieben werden, im Rest der Welt wahlweise auch mit Prepaid-Karte.
Bedauerlich ist, dass das Satellitentelefon nur englische Bedienerführung hat und es kein deutsches Handbuch gibt. Auch zur Datenübertragung ist es bisher nicht geeignet, was aber noch kommen soll (2,4 kbps).
B.2) Derzeit (Januar 2010) kann man sich des INMARSAT-Satellitenkommunikationssystems bedienen, indem man sich ein "Sabre1" Kommunikationssystem zulegt. Das kann schnelle Datenübertragung und Sprachkommunikation. Die Verbindungsminute kostet nur ca. 0,80 € und die Abdeckung ist weltweit innerhalb der Polarkreise, also nicht in Polargebieten.
Bild: INMARSAT "AddValue Sabre 1" beim Telefonieren und gleichzeitiger schneller Datenübertragung im Einsatz. In der Mitte "Sabre1", links angeschlossenes Telefon, rechts Notebook. Die Netzabdeckung ist ganz unten auf dieser Seite dargestellt.

C) INMARSAT und THURAYA haben folgende Eigenheiten:
- Da sie geostationäre Satelliten benutzen, die nur über dem Äquator positioniert werden können, können sie die Polkappen nicht abdecken.
- Aus dem gleichen Grund muss die Antenne der Telefone dann relativ flach auf den weit entfernten Satelliten ausgerichtet werden wenn diese Telefone in sehr südlichen z.B. Patagonien oder sehr nördlichen Breiten z.B. N-Kanada verwendet werden sollen. Da es dort häufig gebirgig und/oder waldig ist kann es sein, dass die direkte Sicht zum Satelliten verdeckt ist und man sich zum Telefonieren auf eine freie Anhöhe begeben muss.
- Wegen der hohen Entfernung zu den Satelliten kommt es bei der Sprachübertragung zu einer merklichen aber beherrschbaren Verzögerung. Die Verzögerung ist gleich derjenigen, wie wir sie bei Telefonaten im Festnetz nach Übersee kennen, denn diese Gespräche werden zumeist auch über geostationäre Satelliten geleitet.
- Vorteil gegenüber Iridium und Globalstar ist, dass ein geostationärer Satellit, auf den man einmal die Antenne ausgerichtet hat stabil bleibt, also das Gespräch vom System nicht von einem untergehenden auf einen aufgehenden Satelliten übergeben werden muss.
D) IRIDIUM ist wieder voll da!
System aus 66 Satelliten, das im Jahr 2000 spektakulär in Konkurs ging, dann aber vom US-Verteidigungsministerium (DOD) übernommen und wiederbelebt wurde. Flächendeckende Abdeckung der Erde inkl. Ozeane und Polarregionen (ohne N-Korea), Handgeräte angenehmer Größe (0,33 cdm) und Gewicht (330g). Damit ist das Gerät aber doppelt so groß und um die Hälfte schwerer als ein THURAYA Handgerät. IRIDIUM hat mit übertriebenen Ankündigungen seines Systems Ende der 90er - Jahre und der spektakulären Pleite sehr viel Vertrauen nicht nur für das eigene, sondern für alle Satellitenkommunikationssysteme verspielt, ist aber durch die damalige teure Werbung weiterhin sehr bekannt. Heute arbeitet IRIDIUM es wieder sehr zuverlässig. Das neue kleinere IRIDIUM 9555 ist wie seine Vorgänger robust. Vorteil, die Antenne des Telefons muß nicht strikt auf einen Satelliten ausgerichtet bleiben, sondern sie bedient sich jeweils eines der vorbeiziehenden 66 Satelliten. Weiterer Vorteil, weltweite Abdeckung und kompletter Lieferumfang inkl. Außenantenne für das KFZ.
Prepaid-SIM-Karte und Verbindungsgebühren:
- Prepaid-SIM weltweit nutzbar ca. 20 €
- Aufladekarte für die weltweit nutzbare SIM, mit 500 Verbindungsminuten und 12 Monate Verlängerung der Gültigkeit der SIM: ca. 650 € (1,30 €/Minute)
- Prepaid-SIM "Africa Plan" zur Nutzung nur auf dem afrikanischen Festland, ohne Inselwelt, ohne Rest der Welt: ca. 20 €
- Aufladekarte zur SIM "Africa Plan" mit 300 Verbindungsminuten und 12 Monaten Verlängerung der Gültigkeit der SIM: ca. 250 € (ca. 0,84 €/Minute)
Vertrags-SIM-Karte:
Zu ihrer Aktivierung sind ca. 40 € fällig und nochmals 40 € jeden Monat. Es kostet also die jährliche Grungebühr 480 €, ohne dass damit eine einzige Minute Verbindungsgebühr finanziert worden wäre. Für Spesenritter spielt das keine Rolle und wer es nicht geregelt bekommt zumindest einmal jährlich den Gebührenvorrat einer Prepaid-SIM um 500 Minuten aufzustocken, womit ihm die verbliebenen Verbindungsminuten verfallen, der ist auch mit der Vertrags-SIM gut bedient.
Vorteile von Iridium: flächendeckende Abdeckung der ganzen Erde (ohne N-Korea und N-Sri Lanka), keine Ausrichtung der Antenne erforderlich, kompletter Lieferumfang.
Nachteile: hohe jährliche Fixkosten, da mindestens 500 Verbindungsminuten pro Jahr nachgeladen werden müssen. Wird das versäumt, so verfällt die SIM-Karte einschließlich der restlich darauf befindlichen Verbindungsminuten.
Vermietung: www.SATFON.de
IRIDIUM Sonderangebot solange Vorrat reicht!
E) Globalstar ist dabei sich zu verabschieden und soll neu geboren werden.
Globalstar deckt nach dem Ausfall einiger Satelliten immer weniger Länder der Erde ab, bei Weitem nicht alle und nicht ständig, das System ist jedoch im Prinzip funktionstüchtig.
Vorteile: Handgeräte akzeptabler Größe, Verbindungsgebühren erträglich.
Nachteile: unsichere Zukunft, sehr schwer an belastbare Information zu kommen.
Habe gerade mal versucht für einen zufällig gewählten Standort zu ermitteln, ob, wann und wie lange da Globalstar geht und bin auf ca. 10 Zeitabschnitte von jeweils wenigen Minuten während eines Tages gekommen. Hier geht's zur Ermittlung.
Der Systembetreiber ist dabei neue Satelliten in Umlauf zu schicken. Ist das weitgehend abgeschlossen, so könnte das System wieder interessant werden.
F) GSM - Telefonieren in immer größeren Teilen aller Länder
In allen Ländern der Erde trifft man auf GSM - Netze, aus denen man in alle anderen Netze telefonieren kann. Natürlich kann man sein Handy mit heimischer SIM - Karte mitnehmen, muss dabei aber vier wesentliche Nachteile befürchten:
1. Man bezahlt sehr hohe Verbindungsgebühren bei Gesprächen im Ausland innerhalb des Landes.
2. Man bezahlt sehr viel für Gespräche nach Deutschland.
3. Man bezahlt auch für aus Deutschland eingehende Gespräche
4. Die deutsche SIM-Karte erlaubt evtl. keinen Netzzugang zum GSM - Netz des besuchten Landes.
Ich empfehle auf der Reise die heimische SIM-Karte nur zum Empfangen und Senden von SMS zu verwenden (wenn das geht). Die Mailbox und Annahme eingehender Anrufe würde ich während der Reise aus Kostengründen blockieren.
Es lohnt sich also sich für die Zeit des Auslandsaufenthalts nach Alternativen umzusehen.
Diese Alternative sehe ich darin im Zielland der Reise von einem dortigen Netzbetreiber eine Prepaid-SIM-Karte zu erwerben. Vor dem Kauf aber den Verkäufer bitten die SIM-Karte in das eigene Telefon einzulegen und zu testen, ob das funktioniert.
Wer vor hat viel zu telefonieren und sich vorwiegend in belebten Gegenden aufhält wird mit einer SIM-Karte eines kleinen, billigen Netzbetreibers gut bedient sein. Wer weit über Land fährt wird mit einer SIM-Karte des nationalen Telefonsystems gut bedient sein, der zumeist teurer ist aber die bessere Netzabdeckung bietet.
In jedem Fall ist mit der einheimischen SIM-Karte das Telefonieren im Inland günstig. In manchen Fällen auch das Telefonieren nach Deutschland. Im günstigsten Fall sind die aus dem Ausland eingehenden Telefonate gebührenfrei. Dann kann man einen Lockruf absetzen und sich zurückrufen lassen, denn ab Deutschland ist das Telefonieren bei Verwendung einer Netzkennzahl vor der eigentlichen Telefonnummer sehr billig. (z.B. 01052-0049-xxxxxx)
Die Netzkennzahlen für billiges Telefonieren ab Deutschland ins Ausland findet man z.B. unter www.teltarif.de.
Beim Einkauf einer SIM-Karte wird man weltweit von hochglanzpolierten Youngsters bedient, die immer so antworten, dass man geneigt ist zu kaufen. Das haben sie in ihrer mehrtägigen Berufsausbildung gelernt. Die Probleme und Enttäuschungen kommen dann in den darauffolgenden Stunden und Tagen. Es lohnt sich sich vor der Reise in Reiseführern und dem Internet schlau zu machen welche SIM-Karte zu bevorzugen ist. Leider sind in dieser Hinsicht die Reiseführer bisher sehr wenig ergiebig, vermutlich weil sich deren Autoren selber mit der Problematik nicht auskennen, zu wenig die Landessprache beherrschen oder an telefonischer Erreichbarkeit unterwegs gar nicht interessiert sind.
ACHTUNG! Die Tatsache dass mit einem Handy auf ein anderes Handy telefoniert werden kann heißt keineswegs, dass auch SMS durchgehen. Dass eine SMS in eine Richtung durchgegangen ist heißt nicht, dass auch eine Antwort durch geht. Dass eine SMS in einem Teil eines Landes erfolgreich verschickt/empfangen werden konnte heißt keineswegs, dass das auch in allen anderen Landesteilen so geht. Da hilft nur der Test!
G) Netzabdeckungen:
1) Netzanbedung IRIDIUM = ganzer Globus
2) Netzabdeckung Thuraya = 4 Kontinente

3) Netzabdeckung INMARSAT "IsatPhone-Pro":



Copyright © Klaus Därr | aktualisiert 2010/08/13 | generiert mittels phpWCMS
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